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20090706

Checkin-System down

20090701, LX 147, Delhi - Zürich

Beim Checkin standen die Leute Schlange - das System lief nicht (mehr). Von Hand wurden Sitze verteilt, das Gepäck gelabelt ... wer das von früher her kennt, murmelt nur: Gepäck ahoi!
Es kam dennoch an. Flug war zudem relativ pünktlich, Kabine (C) halbleer, und von der MC gabs den folgenden Witz: Fragt der Paxe: Wie kann ich meine Sitzlehne noch weiter runter stellen? So horizontal, wie bei den anderen? Ihre Antwort: Sie haben den schon maximal nach hinten gestellt ... nein, noch weiter, der ist jetzt vermurkst und im Eimer ...
Auch die Kabinenbesatzung freut sich auf die neuen C-Sitze.

Das 40-Minuten-Wunder

20090701, 9S 726, Lucknow - Delhi

Wenn man ältere Semester nach den längst eingestellten Erstklassflügen in Europa fragt, bekommen sie glänzende Augen: Da gabs noch auf Strecken wie, sagen wir mal Frankfurt - Zürich (40 Minuten Airborne) was Warmes zu essen, inkl. Hotelsilber/Stahlbesteck und Porzellangeschirr. Längst vorbei.
Und spontan rechnet man mit sowas auch nicht in Indien, zumal der winzige Flughafen von Lucknow ziemlich abgenutzt wirkt (WiFi funktioniert allerdings irgendwie umsonst), keine Lounges existieren und die Security selbst für meine Begriffe zu ungründlich ist.
Item - kaum in der Luft auf diesem Flug (45 Min.), gabs lauter Wunder und positive Ueberraschungen (mit der Airline Jet Airways): Nagelneue B737-800, kleine Monitore in jedem Vordersitz, guter Kopfhörer dazu, breites Entertainment-Programm (wenn auch nicht 200%ig mein Geschmack), und dann, ja dann ... Das Essen! Warmes, kleines Menu, plus Salätli, so etwa wie bei LX, LH, AF und Co. auf Langstrecke serviert wird. In der Economy, wohlgemerkt (es gibt auch eine kleine Business). Ticketpreis? 60 Euro, hin und zurück, das reicht in Europa grad für die Sicherheitsgebühr. Die Damen waren zu viert in der Kabine, Flug mit 90 Paxen rel. voll (in Europa ist das vom fliegenden Personal oft die erste Begründung, etwas nicht zu machen, weil man zu wenig Personal unterwegs habe). Die FAs hatten auch noch die Nerven, 15 Min. vor der Landung zu servieren, die Paxen assen rel. entspannt und bei der (etwas holprigen Landung) war alles wieder weng und es flogen keine Tableaus herum.
Ich kann Jet Airways nach diesem Flug nur empfehlen. Die fliegen ab Brüssel in die USA.

20090629

Heilige Kühe machen Mühe ...

20090627, S2 6137, Delhi - Lucknow

Indien ist das Land der spriessenden (und schon wieder konsolidierenden) Fluglinien. Auf dem Tarmac des Inlandterminals stehen kreuz und quer lauter bunte Jets. Einige A320er und B737 sind übrigens bemerkenswert anders ausgerüstet: Sie haben 4 Räder am Hauptfahrwerk (statt 2 wie in Europa).
Item - inzwischen haben sich die Gepflogenheiten westlichen Masstäben angenähert: Check-In ohne Gewichtsaufschlag (ich hatte 15kg zu viel, weil man kaum Handgepäck mitnehmen darf), die Busse von den Gates zum Flugzeit gehören jeweils der Airline (und sind entsprechend bemalt) und die Flugzeuge sind alle ziemlich neu (Boeing und Airbus haben in den letzten 3 Jahre sehr gute Geschäfte hier gemacht). Unterwegs gibts auf dieser Linie hier (Jet Lite) Essen und Getränke gegen Extrazahlung. Für Ryanair vielleicht interessant ist eine weitere Serviceleistung: Man bekommt ein Büchlein mit einigen Items mit dem angegebenen Normalpreis von Digitalkameras, Sonnenbrillen und Reisegepäck und hat die Möglichkeit, einen tieferen Preis (über dem angegebenen Minimalpreis) anzugeben. Wer den höchsten Preis einsetzt (der kann auch 50% unter dem off. Verkaufspreis liegen), wird in einer Art "Auktion" zum Sieger gekürt.
Ob derart netter Bordunterhaltung vergeht so ein Flug wie im Flug. Da war nur noch die Landung. Bis 200m über Boden ging alles gut, nur etwas wackelig. Dann starteten wir durch. Ich sass direkt in der Mitte, Gangplatz, wie üblich, und da merkt man den Unterschied zu den westlichen Procederen in diesem Fall: Keine Durchsage aus dem Cockpit, die Piloten flogen (von Hand) eine Extrarunde um die Stadt und weder Fahrwerk noch Klappen wurden eingefahren und wieder ausgefahren. Im zweiten Anlauf rumpelten wir dann runter und kurz vor dem Ende brachten die Jungs vorne die B737 zum Stehen. Nach all den Geschichten um indische Piloten, die mit 30h Flugerfahrung ihre nagelneuen Jets in den Sand neben die Pisten gesetzt hatten, war ich etwas erleichtert. Vielleicht hätte ich, wie die Dame auf dem Swiss-Flug zuvor, mich doch unter einem billigen Vorwand ins Cockpit setzen sollen, um dann die nötigen Sachen zu sagen ("Habt ihrs Fahrwerk überhaupt draussen? Klappen auf 30 Grad? Trimmung? Waas? Ihr wisst nicht was das ist?").
Vielleicht war es gut so, dass ich das alles nicht mitbekommen hatte. In Europa muss man oft wegen Wetter oder noch auf der Piste stehenden Flugzeugen durchstarten. Hier war unsere Maschine das einzige Flugzeug weit und breit und der Wind kam von vorne. Vielleicht war doch nur eine heilige Kuh auf der Piste?

20090625

Woseliwo sind die Zeitschriften?

20090623, LH 3005, Stockholm - Frankfurt

Der Flug war 1h verspätet, "weil die ankommende Maschine verspätet war", wie die zwingend logische Begründung lautete. Unterwegs die Frage an den Purser, ob er nicht den "Spiegel" zur Hand habt. Kann kommt 1 Vortrag, dass es in der Eco keine Zeitschriften mehr gibt. Schon lange nicht mehr.
Der Mann schaut nicht nur nicht auf die Passagierliste, er sagt auch nicht die Wahrheit: In der hinteren Galley der Eco lag ein grosser Zeitschriftenstapel. Zuoberst der "Spiegel" natürlich.
Aber die Crew soll auch was zu tun haben. Ich sagte nur, dass die Leute in der Hon-Lounge in Frankfurt wieder den Kopf schütteln werden, wenn ich das erzähle.
So wars dann auch. Flugzeug parkte gleich neben der Lounge ("fly thru"-mässig), ich sauste rauf, bekam alles, inkl. einem kleinen Express-Salat, guten Wein, alles zum Lesen ... - Im Kerngeschäft ist LH wie hier unglaublich schwach. Die Lounges machens hier für einmal wett.

20090623

Enge Sache

20090622, LH 3004, Frankfurt - Stockholm

Der einzige gangplatz mit freiem Mittelsitz befand sich hier in Reihe 33, also ganz weit hinten. Vor mir eine junge Dame mit 2 Kids, da wurde es rasch sehr eng für die Arbeit mit dem Nokebook, zumal gleich nach dem Start alle Sitze nach hinten schwappten. Etwa so wie eine Ola-Welle.
Hier konnte ich für einmal in die Galley auf den Jump-Sitz ausweichen. Aufs Essen habe ich ex FRA wie immer getrost verzichten können - in der Lounge wird exzellent gekocht.

20090614

Uncharmante Wiener ...

20090612, OS 417, Wien - Paris

Ueber den verlorenen Charme der Wienerinnen hatten wir schon berichtet. Hier ergänzte die Männerschaft den etwas unvorteilhaften Eindruck: Ziemlich grob und unhöflich, ob an der Security (2 mal, wie üblich bei der Wiener Hon-Lounge), sehr unhöflich am Gate.
Etwas besser wars dann in der Luft, wo mir die Dame (in der Business) ihren Eiskübel spendierte, um meinen österreichischen Champagner kühl zu halten. Das (warme) Essen hingegen war arg verkocht, Reis eignet sich nicht wirklich für Flüge (weil es zu rasch austrocknet). Das beste am Flug? Die pünktliche Ankunft ... ins Wochenende.

20090611

Hier kocht der Chef

20090611, LX 1584, Zürich - Wien

Abendflüge ex ZRH sind selten ein Catering-Problem - ich saus vor Abflug rasch in die Lounge, lass mich dort durchfüttern und anschliessend kann die Crew ihre Papp-Sandwiches hin und her fliegen. Ich jedenfalls lass das Zeugs stehen.
Hier war es anders: Zuerst sagte mir die Catering-Crew in der Lounge, dass die Köchin um 3 Uhr nachmittags ihren Job geschmissen hatte. Der Chef musste ran. Unter dem weissen Koch-Kittel lugte deshalb noch ein blaues Bürohemd hervor und die Beine steckten in Sachbearbeiter-Hosen (mit Bügelfalte usw.). Item - ich kam vor der Meute, die gewöhnlich so gegen 20 Uhr einfällt, in die Lounge und wurde flugs zum Cheftester ernannt. Wenn es mir schmeckt, so die naheliegende, ja geradezu zwingende Logik, dann sei das Essen auch für alle anderen Paxen bekömmlich.
Die Köche taten ihr bestes ("wo ischäs Aromat? Häsch mer schnäll s Salz?") und das Essen war durchaus okay. Dann sauste ich Richtung Gate. Mit einem vom Automaten ausgespuckten Boarding-Pass mit Sitz in Reihe 32.
Am Gate war das Boarding schon in vollem Gange. Normalerweise winkt dann ein lustloser Swissport-Chef-de-Gate lustlos ab, es sei zu spät. Hier wars wiederum anders: "Klar, ich schau mal" sagte der Gentleman und setze mich in Reihe 7.
Da hatte ich mich kaum installiert, da kam schon die MC. "Hallo Herr Harzenmoser, wir sind doch erst kürzlich zusammen geflogen ..." Sie ahnen, wie es weitergeht. "Kommen Sie, die Business ist leer, ich hab volles Catering ...". Selbstlos wie ich bin, half ich anschliessend der Airline, etwas Essen abzubauen, das sonst woanders gelandet wäre und liess mich von einer von Edelweiss (der Airline) kommenden Nachwuchskraft kulinarisch verwöhnen.
Die sieben Reihen weiter vorne (gegenüber dem ersten Boardingpass warens 32) erwiesen sich in Wien anschliessend als Glücksfall - ich erwischte so nahtlos den nächsten Zug in die Stadt. Soo lassen wir uns auch gerne von 2 Aushilfsköchen verpflegen - und die MC war wirklich ein Profi (sie schätzte mich, hüstel, räusper, als jünger ein als sie selber ...).

Soo müsste es immer sein ...

20090610, Hotel-Bravo-Lima-Kilo-Mike, Zürich - Zürich

So ein dreiviertelstündiger Rundflug in einer 2motorigen Piper Cheyenne ist eine feine Sache, weil ich so a) im Cockpit auch den ganzen Kommunikationskram mitbekommen konnte und b) die Route etwas anders war als bei Linienjets: Start auf der Westpiste, dann vor dem Pistenkreuz scharfe Linkskurve (quer über Küche und Werft), dann Richtung Säntis, Obersee, Zürich, quer zur 32er rein, südlich am Flughafenkopf vorbei, scharfe letzte Linkskurve und wieder auf der Westpiste runter.
Ueber das Kabinen-Catering können wir diesmal nichts sagen (gabs natürlich nicht), dafür über den Piloten: relaxt, sanfter Start, schöne Kurven (das Flugzeug! Wo denken Sie hin?) und butterweiche Landung.
Das schaffen bei den grossen Airlines nur die wenigsten.

Grauer Alltag - süsses Zückerli

20090610, LH 3726, Frankfurt - Zürich

Murphy sagte: Wenn etwas schief geht, gehts schief. Harzenmoser (ergo: ich) sagt: Wenn eine Dreierreihe voll ist, dann meine. Auch hier schlug Harzenmoser, pardon, Murphy zu. Zudem war die volle Reihe am Notausgang. Der LH-Purser mit Micky-Maus-Stimme fauchte mich an, die Tasche müsse rauf, die Zeitungen weg, die Jacke rauf ... so stell ich mir die Feldweibels an Bord der Hercules vor, wenn er seine Jungs anweist: Fallschirm an! Sitz nach vorne! usw. usf.
Den Rest der Reise verbrachte ich 8 Reihen weiter hinten, Gangsitz, freier Mittelsitz, das, was uns LH verspricht und selten einlöst, muss man sich halt selber organisieren. Vom Rest reden wir hier nicht.

20090609

Wie in der First

20090527, LX 1681, Florenz - Zürich

Diese Strecke flog ich mit einer sehr netten Dame, die mal beim Travelclug der Swiss gearbeitet hatte. Oft genug hatte ich ihr schon erzählt, dass es mit dem Hon nicht, aber auch gar nichts auf sich hat.
Hier kam die MC im nur zu einem Drittel gefüllten Jumbolino vor dem Start vorbei, brachte Zeitungen und deutete an, dass sie unterwegs auch für den Champagner für uns sorgen würde.
Normalerweise kommt dann 1 kleines Fläschli plus 2 Plastikbecher. Hier kam ein kleiner Eiskübel mit einer kleinen Flasche, 2 daneben gestellte gefüllte Gläser und noch das Crackers-Zeug, das erst so richtig Durst auf (noch mehr) Champagner macht. Und unterwegs so dies und das, was wir hier nicht erwähnen.
Schöner und besser wars bisher nur in der First. Die gibts auf Europastrecken schon lange nicht mehr. Hier hatten wir sie wieder.

20090526

Die Sensation: Neues System bei Swiss: Mix-Klasse!

20090525, LX 645, Paris - Zürich

Die Sache kam mir von Anfang an nicht ganz koscher vor: Gleich beim Check-in gabs 1 Upgrade. Das gibts auf Europastrecken so gut wie nie, weil sich ja einfach der Vorhang bei Bedarf verschieben lässt. Ich war wohl so verdutzt, dass die Swissport-Supervisorin gleich auf französisch radebrechte: "c´est un ... un .. öppgräde ..." (nur wenn Sie das Wort "surclassé" hören, können Sie sich wirklich freuen, doch lesen Sie weiter).
Am Gate das übliche Puff im Satelliten 7, wo LX neuerdings andockt. Lounge: man kann nicht zur LH in Satellit 6, sondern allenfalls durch 2 Passkontrollen zur Star-Alliance-Lounge, wo auch für Hons nur die Business-Sektion zugänglich ist. Die teilt man sich mit 50 Leuten aus Japan, die immer alles gleichzeitig machen möchten.
Egal: Am Gate gabs ein kleines Puff, dann ein langes, langes Boarding mit viel Getuschel vorne in der Galley. Dann gings los, mit knapp 30 Min. Verspätung.
Unterwegs gabs dann ein neues System: Mix-Klasse! Die Paxen links und rechts bekamen Sandwiches und Säfte in Plastikbechern, ich 1 Business-Plateau plus Champagner im Glas.
Die überaus nette MC klärte mich dann auf: In Paris wurde einfach ein Dutzend Paxen upgeraded, dabei gabs nur für 12 C-Paxen was zu essen. Man habe das dann auch den upgrade-Paxen gesagt, dass sie de facto wie in der Eco reisen. Aber unterwegs gabs dann ein Durcheinander und so bekamen nur die Original-Business-Paxen plus meine Wenigkeit was aus der Business zu essen und zu trinken. Alle anderen in der Business konnten sich über etwas mehr Ellbogenfreiheit freuen.
Laut der MC machen die das öfters so in Paris. Sie wollte noch eine Notiz dazu verfassen. Ich finde das Mix-System auch etwas unübersichtlich ...

Rein ins und raus aus dem Wochenende

20090521, LX 1028, Zürich - Düsseldorf, 20090525, LH 4284, Köln - Paris

Zwei Flüge mit biederstem Durchschnitt. Auf dem LX-Flug nach meiner Frage zu einem perlenden Getränk spult der MC 2 mal den Satz los: "Das haben wir nicht hier hinten, nur Rotwein, Weisswein, Bier ...". Anschliessend hätten wir gleich einen Zug gehabt, aber die DB liess den ersten ausfallen, den zweiten ebenfalls und wir standen 1h nach der Landung immernoch auf dem Bahnhof rum. "Senk juh for träwelling ...".
Der Montagflug mit LH wird immer von Cityline in den kleinen Jets ausgeführt. Sitz nebendran frei geblieben? Nie, auch diesmal nicht, obwohl der Flug nicht ganz voll war. Ich frage die MC nach einem neuen "Spiegel", aber sie meinte, sie könnte nicht, wegen der anderen Passagiere. Das ist die fieseste Ausrede, die es gibt - wegen allen anderen Gästen einfach keine Extraleistung machen...

20090507

So fliegt es sich in der Krise

20090506, LX 52, Zürich - Boston

So fliegt es sich in der Krise: A340, in der Business jeder vierte Sitz belegt, in der Eco haben etliche Paxen, die es sich auf den 4er-Zwischenreihen eingerichtet haben, bequemer als in der Business (ergo: ganz horizontales Bett). So leer wars zuletzt in den A330ern, mit denen nach Newark geflogen wurde.
Immerhin wurde das Weinangebot nicht gänzlich zusammen gestrichen. Für mich und meinen unbekannten Sitznachbar gabs 1 exzellenten argentinischen aus der First. Die MC bat uns nur, dass wir uns mit der einen Flasche begnügen. Das taten wir (bevor ich beispielsweise vor der Landung auf 1 anderes bekömmliches perlendes Getränk umschwenkte).
Das Essen in der Business ist auf diesem Flug übrigens das reduzierte, viel zu früh (Abflug 17.55, Tableau ist um 18.30 da) servierte kleine Tableau. Wer die Mittagsabflüge Richtung USA kennt, verhungert hier (oder geht wie ich, vorher kurz in die Lounge).
In Boston ist man übrigens innert 15 Minuten nach der Landung im Taxi, wenn man einigermassen rasch geht.

20090428

Senator-Lounge in Paris: Schlechter Scherz

20090427, LH 4231, Paris - Frankfurt

Wenn eine Lounge für ein Jahr geschlossen war (wegen Umbau) und die Paxen zuerst in die mittelprächtige SAS-Lounge und dann in die ebenfalls mittelprächtige Star-Alliance-Lounge ausweichen durften/mussten, erwartet man eine palastähnliche Lounge. Mindestens. Ein Buffet, dass sich das Brett biegt. Mindestens. Und Zeitungen/Zeitschriften a gogo. Mindestens.
Nichts von alledem. Das Buffet ist gähnend leer, Champagner (wie früher) gibts nur auf explizite Nachfrage, zu Essen nur alte Sandwiches und in der Früchteschale wartet ein einsamer, arg zerbeulter Apfel auf einen gnädigen Hungrigen.
Umso besser war der Flug. MC kam Swiss-like vorbei, es gab von allem alles. Nach der Ankunft in FRA ma Jetway bin ich noch rasch in die Hon-Lounge, um 1 Zeitung zu holen, die Dame sagte gleich, ich solle mir Zeit lassen, noch 1 Drink nehmen usw.
So fliegen wir sehr gerne mit LH. Jetzt müsste nur noch die Lounge verbessert werden. Die Damen in Paris genieren sich ja auch schon, wie sie mir sagten.

"Seit einigen Wochen spüren wir es ..."

20090425, LX 1172, Zürich - Stuttgart

"Seit einigen Wochen spüren wir die Krise" sagte mir die MC auf diesem Flug, die mich gleich nach vorne setzte. "Ich hab ein volles Catering, aber keinen einzigen Passagier in der Business." Flug war perfekt (Wetter, Service, Pünktlichkeit).
Auch hier galt die alte Regel, wonach immer nur 1 Flug gut ist, der andere ist bestenfalls sosolala. MC schaute auf dem Rückweg in der erste Reihe der Business aus dem Fenster und betrachtete ausgiebig die Landschaft. Bis er etwas zusammen zuckte. Weil ich ihn fragte, ob er noch etwas zu trinken brauche ...

LH wie Swiss, Swiss wie LH

20090421, LH 3447, Budapest - Frankfurt, LX 1077, Frankfurt - Zürich

Normalerweise, das heisst, bei 4 von 5 Swiss-Flügen kommen die MCs rasch vorbei, fragen, ob man was braucht und das gibts dann meistens auch.
Hier wars genau umgekehrt. Auf dem LH-Abendflug (A321 mit 200 Sitzen, 4 Paxen (Eltern, 2 Kids) in Business, 35 in Eco) kam die Purserette vorbei und fragte, ob ich was brauche. Es kam alles plus dazu noch etwas mehr. Auch ein Kollege, der direkt vor mir sass, kam in den Genuss des Catering-plus. Limo in Frankfurt klappte auch.
Ein Tag später, auf dem Swiss-Abendflug, kam eine FA und verschwand dann wieder. Beim einzigen Getränk, das ich auf solchen Flügen nehme, strikte die MC. Ich bin nach der Landung dann noch in ZRH rasch den Boarding-Pass für den nächsten Tag holen gegangen und konnte mich so debrouillieren.
Die Sammellounge in BUD ist übrigens sehr bescheiden. Wlan läuft halbwegs (umsonst), Catering ist schwach. Mein Tipp: Der lokale Champagner-Verschnitt ist halbwegs geniessbar.

20090410

Unfreundlicher Purser, nette FA, Riesenpuff

20090409, LH 4234, Frankfurt - Paris

Das A42-Gate ist keine Baustelle mehr. Bis letzte Woche wurde da gearbeitet und was dann als Jetway-Gate aussah, war dann ein Bus-Gate.
Das war die gute Nachricht hier. Denn unterwegs machte der Purser einen sehr abweisendes Gesicht, als ich ihn nach einem Bitter Lemon fragte. "Nein, das gibts hier nicht." Und rauschte weiter, weil ich ein Bier keine richtige Alternative fand.
Ganz anders war der Ton hinten bei der FA, eine Frau S., die sich überlegt, den Purser-Kurs zu machen. Ich ermunterte sie dazu, einen etwas anderen Stil zu bringen, als ihr Purser auf diesem Flug plus zu einem guten Becher mit Rotwein plus noch was dazu.
Das Gefälle der Leistungen war hier besonders frappierend, weil ich tags zuvor auf einem anderen LH-Flug ex Frankfurt das komplette Gegenteil erlebt hatte: Eine Purserin, die vorbei kommt, (morgens) frisch gepressten O-Saft im Glas serviert usw. Das sind die Sachen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten - und nicht wie hier, wo ein uninformierter Purser lustlos seinen Job machte.
Ach ja, sooo lustlos machte er es nicht, er schäkerte ausgiebig mit einer Paxe in der Business.
Ein mittleres Puff war übigens in Frankfurt in der Senator-Lounge im A-Concourse. Die Leute standen teilweise. Dazu noch stickige Atmosphäre. Ich holte hier nur 1 Zeitung, die es oben nicht mehr gab und sagte der Dame am Eingang (die übrigens nur 1 Magazin pro Paxe rausrückt, weil sie auf Lehrerin macht), dass hier ja ein ganz schönes Puff sei, wie man das bei uns zu formulieren pflegt.

20090407

Il n´y a pas des journeaux

20090407, LH 4225, Paris - Frankfurt

Es gibt noch mehr Loungen ohne Zeitungen, und in Paris gibts einen Flughafen ohne Lounge für die LH - ausser für Paxen, die 2 mal durch Passkontrollen gehen möchten, um dann zu sehen, dass es in der Lounge kaum was gibt.
Auf diesem Flug gabs noch mehr vom Nichts: Kein Bitter-Lemon. Das, so erfuhr ich heute, gibts nur in der Business, wie mir der Purser sagte. Dafür gabs in Frankfurt eine klitzekleine Bombenwarnung und so gabs auch eine Möglichkeit, eine Zeitung nach der Ankunft zu holen. Die Arrival-Lounge war weitherum abgesperrt. Wir führen hier wohl bald noch eine Rubrik "Bombe" ein ...
Ein kleiner Trost was die Dame am Check-In. Sie hätte mir wohl 5 Voucher zu je 10 Euro mitgegeben, wenn ich das gewollt hätte. Ein Voucher reicht nämlich zu gar nichts ...

20090402

Blauer Himmel?

20090401, LX 1077, Frankfurt - Zürich

Wenn es schneit oder fürchterliche Winde wehen, heisst das in der Fliegerei immer: Achtung! Verspätung! Heute war strahlend blauer Himmel über Frankfurt, dazu noch der Tag 4 nach der Schengen-Einführung, womit LX-Flüge nicht mehr bei den Gates B30-33 abgefertigt werden (inkl. 2 mal Security). Es konnte also fast nichts mehr schief gehen auf dem Weg an ein nettes Abendessen nach Zürich.
Chasch dänke! Eine Piste war geschlossen, wegen dem Wind, wie es hiess. Oder wegen Bauarbeiten. Oder sonstwas. Flug kam verspätet rein und wir waren mit 1h Verspätung dann auch in der Luft. Etwa 10 Minuten nach Schliessung der Lounge waren wir dann in Zürich und damit zu spät für einen Spätcocktail.
Ach ja, da war noch der Flug. Beim Einsteigen sagte der MC, ich habe etwas viel Gepäck mit (Sie wissen schon, nur meinen üblichen Standardkram). Im Flug war ihm die Sache nachher etwas peinlich. Ich nutzte die Situation schamlos aus und liess mir den guten französischen Wein aus der Business bringen. So fliegen wir nicht wirklich gerne mit Swiss.

20090331

Vorstände fliegen Economy. Und Paxen bekommen Heiratsanträge

20090331, LH 985, München - Frankfurt

München ist meine Lieblingslounge. Neben der Lounge in ZH. Die Damen haben oft Zeit für ein kurzes Schwätzchen, das Buffet ist etwas kürzer als in Frankfurt, aber das Personal macht alles wieder wett.
"Die Vorstände fliegen heute nur noch Eco" sagte mit die nette Dame, die mich auch sonst immer hier durchwinkt, "aber sooo leer wie heute ists selten ...". Ih verkniff mir im katholischen Stammland die Frage, ob der Papst gestorben sein.
Auch an Bord wars ausnehmend gut. Etwa 15 Paxen in der ansonsten leeren C-Klasse, in der Eco wars etwas kuschleliger. Neben mir am Fenster ein studierter Akademiker, der sich durch Forschungsgesuche kämpfte und nur Mineralwasser bestellte (mit einem guten Wein gienge seine Arbeit viel viel besser ...).
Egal: Es gab auf diesem Flug nochmal den genialen Rotwein aus Italien. Die FA war schon verschwunden, so musste ich nach vorne zur gestrengen Purserette. Dich fragte sie mit meinem hier nicht zitierfähigen Geheimcode nach etwas. Sie sagte nur, sie schaue.
Fünf Minuten später war die FA bei mir, brachte mir 1 Flasche, ich lotste sie etwas nach vorne, um diese gleich zu verstauen, damit sie nicht in Schwierigkeiten kommt.
Beim Deboarding klingelte dann das Bordtelefon. Die FA stand gleich neben mir und sagte "Schade, Herr Harzenmoser, dass Sie schon verheiratet sind ... Sie waren sooo charmant ...". Die Aermste musste noch weiter nach Istanbul. Und hatte offenbar mit anderen Vielfliegern üble Erfahrungen gemacht. Ich sagte deshalb nur "Vielen Dank für die kleinen Extrs - mit Ihnen wühre ich jederzeit wieder fliegen ...."